ISCB Affiliated Group Logo

Die Bioinformatik wendet Methoden aus der Informatik auf wissenschaftliche Probleme aus den Lebenswissenschaften an und hat sich als verbindende Disziplin zwischen der Informatik und den Lebenswissenschaften in den letzten Jahrzehnten zu einer eigenständigen Teildisziplin entwickelt.

Hochdurchsatz-Experimente haben in vielen Bereichen der Chemie, Biologie, Medizin und Pharmakologie Einzug gehalten und liefern eine große Menge an komplexen Daten in den Bereichen Sequenzierung von Genomen, Expressionsprofile von Proteinen, Strukturaufklärung von Proteinen sowie Interaktionen zwischen Biomolekülen (Proteine, RNA, niedermolekulare Verbindungen). Die Bioinformatik entwickelt Softwarewerkzeuge zur Vorbereitung, Auswertung und Analyse dieser Daten. Damit nimmt sie eine Schlüsselrolle in den modernen Lebenswissenschaften ein, da nur mit ausgefeilten Computersystemen Wissen aus den großen Datenmengen generiert und für die Vorhersage biologischer Phänomene nutzbar gemacht werden kann.

Die Fachgruppe für Bioinformatik (FaBI) hat folgende Definition von Bioinformatik als Grundlage ihrer Arbeit definiert:

"Die Bioinformatik ist eine interdisziplinäre Wissenschaft. Unter Bioinformatik verstehen wir die Erforschung, Entwicklung und Anwendung computergestützter Methoden zur Beantwortung molekularbiologischer und biomedizinischer Fragestellungen. Im Fokus stehen Modelle und Algorithmen für Daten auf molekularer und zellbiologischer Ebene, beispielsweise für

  • Genome und Gene,
  • Gen- und Proteinexpression und -regulation,
  • metabolische und regulatorische Pfade und Netzwerke,
  • Strukturen von Biomakromolekülen, insb. DNA, RNA und Proteine,
  • molekulare Interaktionen zwischen Biomakromolekülen untereinander und zwischen Biomakromolekülen und weiteren Substanzen wie beispielsweise Substraten, Transmittern, Botenstoffen und Inhibitoren sowie
  • die molekulare Charakterisierung von Ökosystemen."